HSG bleibt cool und triumphiert im Derby überraschend deutlich mit 33:27

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Nach drei verlorenen Derbys war die Freude bei den Spielern der HSG Schwerte/Westhofen nach dem 33:27-Erfolg groß. © Bernd Paulitschke

Seit die HVE Villigst-Ergste 2017 in die Landesliga aufgestiegen ist, gab es in den drei Lokalduellen für die HSG Schwerte/Westhofen keinen Blumentopf zu gewinnen – am Samstag aber doch.

von Michael Doetsch

 

Das vierte Schwerter Derby seit dem Aufstieg der HVE Villigst-Ergste in die Handball-Landesliga lief völlig anders als die drei vorhergegangen. Vor prächtiger Kulisse in der proppenvollen Gänsewinkel-Sporthalle triumphierte die HSG Schwerte/Westhofen mit 33:27 und sorgte für lange Gesichter bei der HVE, die die drei Lokalduelle zuvor jeweils klar gewonnen hatte und am Samstagabend zudem erstmals in dieser Saison ein Heimspiel nicht gewinnen konnte.

Das lag einerseits daran, dass die HVE vor allem im Angriffsspiel deutlich unter ihren Möglichkeiten blieb. Aber es gehört ja auch immer ein Gegner dazu – und da gilt es festzuhalten: Die HSG Schwerte/Westhofen legte eine blitzsaubere Leistung aufs Parkett. Spätestens mit dem Gegenstoß-Treffer von Sönke Braß zum 28:22 (54.) aus HSG-Sicht war der ebenso überraschende wie hochverdiente Auswärtssieg des Tabellendritten in trockenen Tüchern. Es war der Schlusspunkt eines 4:0-Laufes der Schützlinge von Trainer Mischa Quass. Mit anderen Worten: Bis weit in die zweite Halbzeit war es nicht nur ein wohltuend faires, sondern auch ein richtig spannendes Derby.

Starker Denissov

HVE-Trainer Thorsten Stange versuchte die HSG mit einer extrem offensiv ausgerichteten Abwehrformation zu überraschen, die teilweise Züge einer offenen Manndeckung hatte. Wirklich beeindrucken ließ sich die HSG davon aber nicht – schon gar nicht Alexandr Dennisov, der seine Stärken im Eins-gegen-Eins-Duell eindrucksvoll einbrachte und sechs der ersten sieben Tore für die Gäste erzielte. Auf der anderen Seite waren flüssige Aktionen im Angriffsspiel der Hausherren eine Mangelware. Zudem schwang sich Daniel Evangelou immer mehr zum Rückhalt des Quass-Teams auf, das sich von 10:9 auf 15:9 absetzte (27.). Dann aber kassierte Tim Decker anderthalb Minuten vor der Pause die erste Zeitstrafe der Partie, und kurz danach musste auch Sönke Braß für zwei Minuten runter – allerdings eine Fehlentscheidung. Die HVE stellte sich in doppelter Überzahl zwar nicht sonderlich geschickt an, doch Jonas Mag traf mit einem abgefälschten Wurf kurz vor der Pause immerhin zum 11:15-Halbzeitstand.

Treffsicherer Stolina

Doch die Anfangsphase der zweiten Hälfte gehörte wieder der HSG, die mit 19:14 in Führung ging. Dann aber kassierte Decker seine zweite Zeitstrafe, und plötzlich ging es schnell: Johannes Stolina und Marc Licha in Überzahl, Jan Speckmann mit einem abgefälschten Wurf und nochmal Stolina, der mit Abstand treffsicherste HVE-Angreifer, verkürzten auf 18:19 für die Gastgeber.

Nun machten sich auch die HVE-Fans auf der Tribüne lautstärker bemerkbar – sollte die Partie nun kippen? Nein, im Gegenteil. Die HSG blieb cool und hatte durch die starken Nico Paukstadt und Toni Mrcela sowie Dominik Thäsler und dem achten Denissov-Treffer die passende Antwort zum 18:23 parat – eine knappe Viertelstunde vor Schluss nahm der Auswärtssieg konkrete Konturen an.

Unvorbereitete HVE-Würfe

Doch noch war der Tabellenzweite nicht geschlagen. Als Nils Stange einen Siebenmeter zum 22:24 verwandelte (51.), schien erneut die Wende möglich. Aber Schwerte/Westhofen knickte nicht ein. Gleich mehrfach landeten die meist unvorbereiteten HVE-Rückraumwürfe im Deckungsblock, den Rest erledigte Evangelou.

Und vorne warteten die HSG-Angreifer geduldig auf ihre Chance und blieben im Abschluss eiskalt. Die Folge: Schon fünf Minuten vor Schluss waren Spieler und Fans der HSG in Feierlaune – nach drei verlorenen Lokalduellen tat ihnen ein Derbysieg in dieser Form besonders gut.

 HVE Villigst-Ergste – HSG Schwerte/Westhofen

27:33 (11:15)

Villigst-Ergste: Lukas Daszkiewicz, Maurice Rolfsmeyer – Jonas Mag (6), Nils Stange (3/2), Fabian Bleigel, Philipp Koch, Marc Licha (1), Johannes Stolina (7), Louis Marquis (2), Jannis Mimberg (6), Felix Ständker (1), Robert Stelzer, Jan Speckmann (1).

Schwerte/Westhofen: Daniel Evangelou, Mike Krüner – Peter Hengstenberg, Tim Gurol (6/1), Nico Paukstadt (3), Alexandr Denissov (9), Tim Decker, Toni Mrcela (9), Alexander Nickolay, Sönke Braß (2), Tim Schlütz, Dominik Thäsler (2), Niklas Linnemann, Christoph Kämper (2).

 Quelle: Ruhrnachrichten