
Handball : Juliane Lindner hat gerufen – und zahlreiche Freundinnen und Freunde der HSG Schwerte/Westhofen kamen zu ihrem Abschiedsspiel.
Von Michael Dötsch, Schwerte
Rund drei Wochen liegt das letzte Saisonspiel der zweiten Mannschaft der HSG Schwerte/Westhofen in der Frauenhandball-Kreisliga zurück. Es war das letzte Spiel der langen Karriere von Juliane Lindner.
„Mein Spielerpass ist von 1989“, erzählt die 46-Jährige launig. Mit anderen Worten: Fast 40 Jahre war Lindner am Ball – immer für „ihre“ HSG Schwerte/Westhofen, der die Schwerterin extrem verbunden ist.
Doch einfach so wollte Juliane Lindner nicht von der Handballbühne abtreten – schnell war die Idee eines Abschiedsspiels geboren. Dieses ging am vergangenen Samstag (9. Mai) in der FBG-Sporthalle über die Bühne – mit einer regen Beteiligung von mehr als 50 Weggefährten und Mitspielerinnen, die Lindner in all den Jahren begleitet haben.
„Es war sehr emotional“, gesteht Juliane Lindner, deren Engagement für die HSG weit über das normale Maß hinausgeht. Als Spielerin feierte sie vor ziemlich genau 20 Jahren ihren größten sportlichen Erfolg, als sie unter Trainer Martin Bleigel mit der 1. Mannschaft in die Verbandsliga aufstieg. Danach ging es in der 2. Damenmannschaft weiter – inklusive zweier weiterer Aufstiege in die Bezirksliga 2012 und in die Landesliga 2014.
Darüber hinaus betreute sie jahrelang als Physiotherapeutin die Spieler der 1. Herrenmannschaft – kein Wunder, dass auch viele ihrer ehemaligen Schützlinge zu ihrem Abschiedsspiel gekommen waren.
Hier standen sich zwei bunt zusammengewürfelte HSG-Teams gegenüber, die sich über 3×20 Minuten ein launiges Handballspiel lieferten. Wie es sich für einen solchen Anlass gehört, endete es mit einem 24:24-Unentschieden – Verlierer gab es am Samstag in der FBG-Halle nicht.
Anschließend bekam Juliane Lindner von ihren Mitspielerinnen der 2. Damenmannschaft ein Brett mit Nagel überreicht, an den sie ihre Handballschuhe hängte – ein symbolischer Akt, um das Karriereende zu bekräftigen.
Aber ob es wirklich dabei bleibt? Auf die Frage, ob sie denn im Falle eines personellen Engpasses in der nächsten Saison aushelfen würde, kommt die wenig überraschende Antwort: „Natürlich würde ich das tun – das geht doch gar nicht anders.“ Offiziell aber ist für Juliane Lindner nun Schluss mit Handball – aber nur als aktive Spielerin.
Denn dass sie der HSG Schwerte/Westhofen weiterhin erhalten bleibt, steht außer Frage. Zur neuen Saison wird sie als „Physio“ bei den Oberliga-Damen auf der Bank sitzen, verrät sie. Denn die HSG Schwerte/Westhofen ohne Juliane Lindner – das ist kaum vorstellbar.