

Im Frühjahr 1976 stieg Hansjoachim Nickolay beim TV Jahn Rot-Weiß Schwerte ins Trainergeschäft ein und ist bis heute als Coach aktiv – seit 50 Jahren, ein halbes Jahrhundert.
Mit einer männlichen C-Jugendmannschaft des TV Jahn Rot-Weiß Schwerte hat es damals begonnen. Der heute 66-jährige Nickolay war damals nur ein paar Jahre älter als seine Schützlinge, deren Namen er auch heute noch parat hat. „Volker Grothstück, Till Sybel, Heinz Niggemeier, Rainer Standke….“ – er könnte die Aufzählung problemlos fortführen.
Mehr als 100 Mannschaften trainiert
Nickolay hat nachgerechnet: Weit über 100 Mannschaften habe er in dieser Zeit trainiert, „teilweise waren es vier Teams gleichzeitig“.
Als Aktiver spielte Nickolay beim TV Jahn in der Bezirksliga. Als sich sein Stammverein und die TG Westhofen 1988 zusammenschlossen und die HSG Schwerte/Westhofen gründeten, war die Zeit, in der Nickolay den Ball für die 1. Mannschaft aufs Tor warf, schon vorbei. In der „legendären“ 7. Mannschaft des TV Jahn ließ er seine aktive Karriere ausklingen.

Dagegen nahm die Trainerkarriere des 66-Jährigen Fahrt auf – allerdings außerhalb der Schwerter Stadtgrenzen. „Jörg von Estorff hat mich damals nach Menden geholt“, erzählt Nickolay. Vier Jahre trainierte er die zweite Damenmannschaft des SV Menden und stieg mit diesem Team in die Verbandsliga auf.
Parallel dazu engagierte sich Nickolay im Jugendbereich. Kindern den Handballsport zu vermitteln, sorge auch heute noch für die schönsten Momente des Trainerdaseins, stellt Nickolay fest: „Kinder geben dir was wieder. Du siehst sie lächeln – und das ist einfach motivierend“, sagt er.
Aufstieg mit dem Hammer SC in die Verbandsliga
Es folgten jede Menge weitere Trainerstationen, allesamt im Damenbereich – unter anderem TV Jahn Holzen-Bösperde (Aufstieg in die Landesliga), TuRa Halden-Herbeck, TV Werne und zuletzt Hammer SC, mit dem er in die Verbandsliga aufgestiegen ist.
Auch beim TVG Kaiserau (in die Verbandsliga) und dem TV Werne (in die Landesliga) schaffte Nickolay als Trainer den Sprung in eine höhere Spielklasse. Abgestiegen sei er in den ganzen Jahren dagegen nie, berichtet er nicht ohne Stolz.
Yogi Nickolay und Damenhandball – das passt also offenbar sehr gut zusammen. „Als Mann eine Frauenmannschaft zu trainieren, das kann nicht jeder. Dazu brauchst du ein Händchen“, erklärt der erfahrene Coach. Aber hat es ihn denn nie gereizt, mal als Trainer im männlichen Bereich unterwegs zu sein? „Nicht so richtig. Es hat sich aber auch nie so ergeben“, erklärt Nickolay.

Jürgen Kramer habe ihn vor vielen Jahren mal angesprochen, als er noch bei der HSG in verantwortlicher Position tätig war. „Aber da war er ein bisschen zu spät, ich hatte schon woanders zugesagt. Und wenn ich eine Zusage gegeben habe, dann bleibt es auch dabei – so habe ich es immer gehandhabt“, sagt Nickolay.
Nach seinem Aufhören bei den Hammer Damen im Sommer 2024 – im Nachwuchsbereich ist Nickolay für den Klub nach wie vor aktiv – hat Yogi Nickolay mittlerweile dann aber doch den Weg zurück zur HSG Schwerte/Westhofen gefunden. „Elli Weißgerber (Jugendleiterin der HSG Schwerte/Westhofen, Anm.d.Red.) hat es geschafft, mich zurückzuholen“, sagt Nickolay schmunzelnd.
Trainer der D-Jugend-Mädchen der HSG Schwerte/Westhofen
Beim Neuaufbau der HSG-Nachwuchsabteilung hat er kräftig mitgeholfen. Aktuell sind es die D-Jugend-Mädchen des Vereins und gelegentlich auch die männliche E-Jugend (wenn seine Tochter Katharina als Trainerin mal nicht kann), die in den Genuss kommen, unter Yogi Nickolay trainieren zu dürfen. Dass die Handballkinder bei ihm in guten Händen sind, versteht sich fast von selbst – der Erfahrungsschatz von 50 Trainerjahren macht es möglich.
Ruhr Nachrichten 11.03.2026, von Michael Dötsch